Informationen & Buchungen

Vita-Farm Bergmann-Scholvien

Schürkamp 2

D-33442 Herzebrock-Clarholz

Telefon +49 (0) 52 45 - 85 89 25

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Geschichtliches

 Die Vita-Farm von früher

Erstmalig wird unser Hof in den Geschichtsbüchern um das Jahr 1450 erwähnt. Blutzehnter (eine Abgabe an das

Klostergut Clarholz) wurde 1580 mit 3 Kälber und 5 Füllen(Fohlen) bezahlt. Wenn man bedenkt, dass zu der

damaligen Zeit die Haltung und Zucht von Pferden schon etwas Außergewöhnliches war und bei nur sehr großen

und erfolgreich bewirtschafteten Höfen mit großen Ländereien eine Pferdezucht möglich war, kann man sich

vorstellen, dass dieser Hof schon vor 500 Jahren ein stattliche Größe gehabt haben muss.

Die Kriegsteuer für unseren Hof um 1600 wurde mit 58 Reichstaler bezahlt, im Vergleich zu damaligen

durchschnittlich gezahlten 3-6 Reichstaler anderer Höfe, wurde von unseren Vorfahren auf Grund des gesamten

Besitztums schon eine beachtliche Summe fällig.

 

Heirat, Erbfolge, schlechte Wirtschaftsjahre und auch der Verlust von männlichen Erben und Hofbetreibern in den

beiden Weltkriegen führten dazu, dass eine alleinige Frauenbewirtschaftung des Hofes notwendig wurde.

Die Bewirtschaftung der Großmütter war zu jener Zeit nicht nur eine ganz beschwerliche, körperlich wie seelische Herausforderung, auch wurde die Bewirtschaftung durch die damalige Stellung der Frau in der Landwirtschaft in

keiner Weise erleichtert, eher erschwert ! Bei dem heutigen Wissenstand kann man sich des Eindrucks nicht

erwehren, dass so manche Flurbereinigung und die damit verbundene Neueinteilungen der Ländereien die

Hofinteressen des weiblich geführten Anwesens nicht wirklich berücksichtigt wurden. So wurden Ländereien

dem Anwesen zugeordnet, die lange Anfahrtswege der Ernte notwendig und damit auch viel aufwändiger

machten. Missernten, eine wirtschaftlich nicht immer glückliche Führung , die Nachfolgeprobleme, etc.

führten im Laufe der Jahre zu notwenigen Landverkäufen bis es schließlich zu einer Übernahme des Anwesens

durch uns vor ca 30 Jahren kam und damit völlig neue Perspektiven geschaffen werden sollten.

Von den ehemals großen Ländereien mit allen umliegenden Köttern sind etwa 15 Ha Land erhalten geblieben

und durch unsere Initiative der Erhalt dieser ca 500 Jahre alten, geschichtsträchtigen Hofstelle vorangetrieben

worden. Unser Konzept hieß schon zu Beginn unserer Übernahme :

 

keine Landwirtschaft im üblichen Sinne mit Vieh- oder Milchwirtschaft. Keine Massentierhaltung, keine Kühe und

Schweine oder Hühnerställe.

 

Vor 30 Jahren für diese Gegend geradezu eine provokante, revoluzzionäre Einstellung, die zunächst sehr

misstrauisch, ja fast ablehnend zur Kenntnis genommen wurde.

 

Vor allem, weil wir uns gleich zu der ursprünglich hier beheimateten Pferdezucht und Haltung entschlossen hatten

und der Tradition folgen wollten, bzw. ein Aufleben alter Traditionen förderten. Im Gegensatz zu der bekannten

Reiterstadt Warendorf, deren Landgestüt gerade mal 150 Jahre alt ist, erscheint die Pferdezucht unseres Hofes

wirklich traditionell und hunderte von Jahren alt zu sein. Da haben es die Warendorfer doch weit besser verstanden

die Pferde und ihre Stadt ins zentrale Licht zu rücken und eine einzigartige und bekannte "Pferdestadt" zu schaffen.

Warendorf und Münsterland haben sich zur Hochburg der Reiterei entwickelt und damit auch viele

Pferdebegeisterte Menschen angezogen, die sich auch bei uns einfinden und dabei sehr viel neues entdecken.

 

Auf unseren Ländereien wurden Wiesen geschaffen, auf denen keine Gülle oder Spritzmittel gefahren und schon

vor 30 Jahren rund um das gesamte Land Wildhecken gepflanzt. Diese Bepflanzung von ca 8000 Bäumchen wurde

von meinem Mann und mir bei Wind und Wetter eigenständig in die Erde gesetzt und war zunächst einmal Anlass

großer Empörung und Irritation, denn diese Hecken könnten ja des Nachbars Land stören. Angeführt von dem

damaligen Ortsvorsteher wurden per Anwalt die Bedenken an uns herangetragen. Durch die Unterstützung der Landschaftsbehörde jedoch konnte man die Vernichtung der Hecken abwenden.  Knapp 20 Jahre später feierten

sich dieselben Bedenkenträger in der Presse als Umweltschützer, in dem unter Mithilfe vieler Freiwilliger zum

Schutze der Natur jetzt Wildhecken gepflanzt wurden. Unsere Wildhecken waren da schon in den zurückliegenden

Jahren zu wunderbaren Brutstätten verschiedener Vögel und des heimischen Wildes geworden und wir konnten

uns ein Schmunzeln über die sich selbst feiernden „Spätökoexperten“ nicht verkneifen.