Geschichtliches

Erstmalig wird unser Hof in den Geschichtsbüchern um das Jahr 1450 erwähnt. Blutzehnter (eine Abgabe an das Klostergut Clarholz) wurde 1580 mit 3 Kälber und 5 Füllen(Fohlen) bezahlt. Wenn man bedenkt, dass zu der damaligen Zeit die Haltung und Zucht von Pferden schon etwas Aussergewöhnliches war und nur sehr große und erfolgreich bewirtschaftete Höfe mit großen Länderein eine Pferezucht möglich war, kann man sich vorstellen, dass dieser Hof schon vor 500 Jahren ein stattliche Größe haben musste.

Die Kriegsteuer für unseren Hof um 1600 wurde mit 58 Reichstaler bezahlt, im Vergleich zu damiligen durchschnittlich gezahlten 3-6 Reichstaler anderer Höfe, wurde von unseren Vorfahren auf Grund des gesamten Besitztums schon eine beachtliche Summe fällig.

Heirat, Erbfolge, schlechte Wirtschaftsjahre und auch der Verlust von männlichen Erben und Hofbetreibern in den beiden Weltkriegen führten dazu, dass eine alleinige Frauenbewirtschaftung des Hofes notwendig wurde. Die Bewirtschaftung der Großmütter war zu jener Zeit nicht nur eine ganz beschwerliche, körperlich wie seelische Herausforderung, auch wurde die Bewirtschaftung durch die damalige Stellung der Frau in der Landwirtschaft in keiner Weise erleichtert, eher erschwert ! Die heute erkannten, vielfach unsinnigen Flurbereinigungen und Neueinteilungen der Ländereien dmalas, kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass hierbei Hofinteressen des weiblich geführten Anwesens nicht wirklich berücksichtigt wurden. So wurden Ländereien dem Anwesen zugeordnet, die lange Anfahrtswege der Ernte notwendig und damit auch viel aufwändiger machte. Mißernten, wirtschaftlich nicht immer glückliche Führung , die Nachfolgeprobleme, etc. führten im Laufe der Jahre zu notwenigen Landverkäufen bis es schließlich zu einer Übernahme des Anwesens durch uns vor ca 30 Jahrenkam und damit völlig neue Perspektiven geschaffen werden sollten.

Von den ehemals großen Länderein mit allen umliegenden Köttern sind etwa 15 Ha Land erhalten geblieben und durch unsere Initiative der Erhalt dieser ca 500 Jahre alten, geschichtsträchtigen Hofstelle vorangetrieben worden.

Unser Konzept hieß schon zu Beginn der Übernahme :

keine Landwirtschaft im üblichen Sinne mit Vieh- oder Milchwirtschaft. Keine Massentierhaltung, keine Kühe und Schweine oder Hühnerställe. Vor 30 Jahren für diese Gegend geradezu eine provokante, revoluzzionäre Einstellung, die zunächst sehr mißtrauisch, ja fast ablehnend zur Kenntnis genommen wurde.

Vor allem,weil wir uns gleich zu der ursprünglich hier beheimateten Pferezucht und Haltung entschlossen hatten und der Tradition folgen wollten, bzw. ein Aufleben alter Traditionen förderten. Im Gegensatz zu der bekannten Reiterstadt Warendorf, deren Landgestüt gerade mal 150 Jahre alt ist, erscheint die Pferezucht unseres Hofes wirklich traditionell und hunderte von Jahren alt zu sein. Leider haben es die Warendorfer besser verstanden die Pferde und ihre Stadt ins zentrale Licht zu rücken und eine einzigartige und bekannte "Pferdestadt" zu schaffen.

 Auf unseren Länderein wurden Wiesen geschaffen, auf denen keine Gülle oder Spritzmittel gefahren und schon vor 30 Jahren rund um das gesamte Land Wildhecken gepflanzt. Diese Bepflanzung von 80 000 Bäumchen wurde von meinem Mann und mir bei Wind und Wetter eigenständig in die Erde gesetzt und war zunächst einmal Anlass großer Empörung, denn diese Hecken könnten ja des Nachbarns Land stören. Angeführt von dem damaligen Ortsvorsteher wurden per Anwalt die Bedenken an uns herangetragen. Durch die Unterstützung der Landschaftsbehörde jedoch konnte die man die Vernichtung der Hecken abwenden.  Knapp 20 Jahre später feierten sich die selben Bedenkenträger in der Presse als Umweltschützer, in dem unter Mithilfe vieler Freiwilliger zum Schutze der Natur jetzt Wildhecken gepflanzt wurden. Unsere Wildhecken waren da schon in den zurückliegenden Jahren eine wunderbare Brutstätte verschiedener Vögel und des heimischen Wildes und wir konnten uns ein Schmunzeln der sich selbst feiernden Spätökoexperten nicht verkneifen.

Sei`s drum , wir wurden nicht müde weiter den Naturschutz und ökologischen Aspekt unserers Hofes zu verfolgen. Bereits zu Beginn der Sarnierung legten wir Wert auf eigene Abwasserreinigung mit Hilfe einer biologischen Kleinkäranlage und der Gewinnung eigenen Brunnenwassers.

So können wir heute eigenes, sehr mineralhaltiges Trinkwasser bieten und durch den Verzicht auf Weichspüler und anderen chemischen Reinigungsmittel ist auch unsere Kleinkläranlage bis heute völlig intakt und wir sind nicht auf ein Klärwerk angewiesen. Noch nicht!! Bestrebungen gehen dahin uns auch jetzt ans öffentliche Netz zuschließen, Was für ein Unsinn!!!!!

Weiterhin nutzen wir Sonnenernergie zur Warmwassergewinnung.

Wir erzeugen unserer eigenes , sehr gutes, ungespritzes Heu für die Pferdefütterung.

 

Unser Raumklima ist durch die restaurierten Balken, den Natursteinböden, großen Fenster und Verwendung von Naturmaterialien sehr gut und selbst Allergiker können bei uns frei atmen.

Viele Projekte stehen noch an und auch die Restaurierung der Ferienwohnungen wurde immer im Hinblick auf den Erhalt der guten alten Bausubstanz mit Fachwerk und Lehm weitestgehend erhalten

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